Geläut der Kirche Sora

Geläut seit 2006
Bis 2006 waren die drei Stahlglocken im Glockenstuhl aus Stahl in Betrieb. Die große Glocke ist wegen der Beschädigung und wegen der Turmbelastung im Jahre 2006 außer Dienst gestellt worden. Ein neuer Eichenholzglockenstuhl, auf dem sanierten Tragwerk stehend, ersetzt seitdem den abgetragenen Stahlglockenstuhl.
Die beiden kleinen Glocken von 1919 sind heute die große und mittlere Glocke. Eine kleine Bronzeglocke wurde 2006 in der Kunstgießerei Lauchhammer gegossen. Die Glockenzier entwarf Karl-Heinz Lötzsch aus Dresden. Die drei Glocken hängen nun alle an neuen Eichenholzjochen und die beiden Stahlglocken können, wenn sie verschlissen sein sollten, zu späterer Zeit ohne große Mühe durch Bronzeglocken ersetzt werden.

Die neue kleine Glocke trägt die Aufschrift:

  • Avers: „EIN FESTE BURG IST UNSER GOTT

  • Revers ziert die Glocke ein Engelsgesicht in Anlehnung an die „Schröttelglocken“ von 1829 und eine Lutherrose.

Das Gewicht der neuen Bronzeglocke beträgt 399 kg. Die heutige Disposition ist: as` - b` - d`.
Das Geläut wiegt insgesamt 1499 kg.
Sämtliche Armaturen, die Läutetechnik und die Steuerung wurden 2006 erneuert.

1829 .. erster- und zweiter Weltkrieg .. 2006
Die Kirchgemeinde Sora hatte 1829 ein neues, vollständiges Geläut mit 1650 kg Gesamtgewicht von dem Königlich-Sächsischen Stück- und Glockengießer Siegismund Schröttel (1788-1852) gießen lassen. Schröttel war zwischen 1822 und 1842 in Dresden als Gießer tätig. Bis zum 1. Weltkrieg, fast 90 Jahre lang, waren diese drei Glocken zu hören.
1917 mussten die beiden großen Glocken zu Kriegszwecken abgegeben werden. Die kleine Glocke wurde im Zusammenhang mit der Beschaffung eines neuen dreistimmigen Stahlgussgeläuts 1919 verkauft.

Die Stahlglocken mit einem Gesamtgewicht von 2300 kg wurden vom Bochumer Verein gegossen. Die größeren Glocken machten den Neubau eines Stahlglockenstuhls notwendig.
Da die Stahlgussglocken im 2. Weltkrieg nicht abgegeben werden mussten, behielt die Kirche Sora ihr Geläut und konnte weiterhin mit allen drei Glocken läuten.

Am 6. Mai 1945 wurden Kirche und Turm jedoch von den heranrückenden russischen Kampfverbänden unter Beschuss genommen. Die große Glocke hatte einen Durchschuss und der Stahlglockenstuhl war durch die Beschuss-Schäden stark geschwächt.

Seit 2006 steht diese kriegsbeschädigte Glocke auf dem Rasen vor dem Turm. Diese Glocke, das gegenüberliegende Kriegerdenkmal mit Gedenksteinen für den 1. und 2. Weltkrieg sowie das wieder neu errichtete Grab des Soldaten Jan Höfels, rechts vom Hauptweg, mahnen zu Frieden und Versöhnung.