Die Klipphausener Prinzessinnen

Auf dem Kirchhof in Röhrsdorf sind noch drei Gräber der Prinzessinnen Reuß j.L. aus Klipphausen erhalten. Mit dem Ende des zweiten Weltkrieges Krieges ist auch eine viele Jahrhundert alte Tradition verloren gegangen. In Klipphausen saß die Patronatsherrschaft für die Kirche Röhrsdorf. Deren Aufgabe war es die Kirche vor Ort zu erhalten und die Pfarrstelle entsprechend zu besetzen. So mussten die Pfarrer bis vor 100 Jahren sich zuerst bei dem Patron vorstellen; er hatte das Vetorecht, eine Besetzung allein durch das Konsistorium, heute Landeskirchenamt allein wäre nicht möglich gewesen.
Die letzten beiden Prinzessinnen (Auguste Marie Luise und Gertrud Ernestine Eleonore ) waren ledig und wohnten ganzjährig in Klipphausen. Sie haben in ihrer Art versucht, die alten Verpflichtungen bis 1945 wahr zu nehmen. Besonders bemerkenswert ist, dass durch die Schlossherrschaft und auf deren Kosten schon etwa 1850 ein Kindergarten eingeführt wurde. Vor allem in der Erntezeit war es sehr sinnvoll, dass die vielen Kinder aus dem Ort und von den Bediensteten des Ritterguts von einer oder zwei Diakonissen aus Dresden betreut und beschäftigt wurden. Es gab sogar ein eigenes Gebäude, die sogenannte Spielschule.
Ein besonderer Brauch war die Einladung der Konfirmanden am Nachmittag des Konfirmationstages, dem Sonntag vor Ostern. Das ließ sich keiner entgehen. Die Konfirmanden bekamen ein Neues Testament mit Psalmen mit handschriftlicher Widmung und Konfirmationsspruch geschenkt. Es wurden Spiele angeboten und zum Abschluss wurden die ersten Ostereier gesucht. Dann ging es wieder zurück zu den familiären Feiern, die viel bescheidener ausfielen als heute. Diese Bibeln und die tradierten Erinnerungen werden noch heute von vielen Familien in Röhrsdorf und Klipphausen aufbewahrt.

Wer gern mehr darüber wissen will, melde sich zu einer speziellen Führung im Röhrsdorfer Pfarramt an. Pfarrer Rechenberg kann viel über die letzten Prinzessinnen, über die segensreiche Fürsorge der Patronatsherrschaft auf Klipphausen und über die letzten Tage des Krieges im Mai 1945 berichten.

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